Projekt 26: Schuhputzschrank

Der Schrank im Keller auf dem ich in der Regel arbeite, wenn das Wetter oder die Lärmbelästigung die Arbeit auf der Terrasse nicht zulassen, ist ein ausrangierter Küchenschrank, der seit seiner Versetzung in den Keller Schuhe enthält – und Schuhputzzeug. Die eigentliche Box mit Schuhputzzeug, die ich seit Jahrzehnten habe, fasste das alles nicht mehr, was sich so angesammelt hat – und sie passte auch nicht in den Schuhschrank, sondern harrte unter der Lückenklappe zwischen dem Schuhschrank und meinem Materialschrank auf den Putztüchern des Einsatzes. Zugegebenermaßen erfolgt dieser nur noch selten, weil wir beide kaum noch Schuhe tragen, die geputzt werden müssen. Das Schuhputzzeug lag jedenfalls seit diversen Jahren ziemlich wild darin. Dem wollte ich nun abhelfen.

Die neue Box sollte alle Bürsten, Dosen, Tuben und Flaschen aufnehmen, die im Schuhschrank und in der Box waren, tunlichst auch die Putztücher. Letztere erschienen mir als das geringste Problem. Schließlich nehmen sie am wenigsten Platz ein. Die neue Box sollte in jedem Fall im Schuhschrank verschwinden, denn außerhalb davon ist in meiner Werkstatt kein Platz mehr für eine größere Box.

Zunächst habe ich die Maße im Schrank genommen und festgestellt, dass je 29 cm Höhe und Breite und 25 cm Tiefe (bezogen auf die Box) zur Verfügung standen. Die Maße wollte ich nicht vollumfänglich nutzen, sondern etwas kleiner, um noch Spielraum zu haben. In einer solchen Box konnte nach der Bestandsaufnahme und Vermessung des vorhandenen Schuhputzzeugs alles untergebracht werden.

Diese Größenordnung konnte ich mit DIN A 4-Platten bewerkstelligen. Diese Platten sind 29,7 cm lang und 21 cm breit. Um die Höhe der Seitenteile zu erreichen, benötigte ich deshalb für Front und Rückseite zusätzliche Leisten. Da ich nicht ganz A-4-Höhe im Schrank hatte, musste ich von den seitlichen Platten jeweils 7 mm absägen.

Das vorhandene Material reichte für den Bau nicht aus. Ich habe also unseren Baumarkt (inzwischen von Lüchau/Elmshorn übernommen und großflächig umgebaut, aber glücklicherweise erhalten geblieben) besucht und eingekauft: 2 Pakete DIN A 4-Platten (pro Packung 5 Stück), 2 Leisten 60 x 5 x 1000 mm (wie ich annahm), 2 Leisten zu 30 x 5 x 1000 mm mit einer abgerundeten Seite, 2 Pakete Versenkschrauben mit je 14 Stück incl. Muttern, 4 Scharniere für je 4 Schrauben.

Eine DIN A 4-Platte diente als Grundplatte, auf der Rückwand und seitliche Platten verklebt wurden. Um eine bessere Verbindung zu ermöglichen, ohne ein ganzes Gerüst zu bauen, habe ich von einer noch vorhandenen 20 x 20 mm-Leiste vier 11 cm lange Stücke abgeschnitten und mit je 4 mm Abstand zum Plattenrand samt Rückwand und Seitenplatten auf die Grundplatte aufgeklebt und mit dem Rahmenspanner fixiert.

Während das trocknete, habe ich die obere 60 mm-Leiste der Rückwand gesägt. Um die Leiste befestigen zu können, habe ich nochmals zwei Stücke von der 20 x 20 mm-Leiste abgesägt und mit 5 mm Abstand zu den Kanten an der Seite und 4 cm Überstand an der unteren Kante und oben bündig abschließend angeklebt. Nachdem auch diese Kombination getrocknet war, habe ich die Rückwandleiste an den Leistenstücken angeklebt und auch die Unterseite mit Holzleim versehen.

Als nächstes habe ich drei passende Stücke von einer noch vorhandenen 10 x 5 mm-Leiste abgesägt und bündig bis an die unteren Vierkantleisten geklebt. Sie sollten als Auflage für das Innenbord dienen. Während dieser Trocknungsphase habe ich das Innenbord vorbereitet. Dazu habe ich von einer DIN A 4-Platte von der Schmalseite ein 8 mm breites Stück abgesägt. Um diese breiten Teile sägen zu können, die nicht in die Sägelade passen, habe ich einen Teil eines zerbrochenen Zerlegbrettes mit der geraden Kante als Anschlag mit auf die Werkbank gespannt.

Für die Schranktüren war erneut Bastelei erforderlich. Ich hatte hier DIN A 5-Platten eingeplant, die aber eine Verlängerung benötigten, weil sie 21 cm hoch sind. Ich habe deshalb von der abgerundeten 30-mm-Leiste vier Stücke à 14,5 cm (A-5-Breite) abgesägt und oben und unten an eine DIN A 5-Platte geklebt.

Ein Problem zeigte sich, als ich das Hakenschloss an den Türen montierte: Ich habe eine gute Auswahl an Minischrauben: 4, 6 und 8 mm Länge. Die 4-mm-Schraube war nicht lang genug, um durch die Schlosselemente im Holz zu greifen, die 6-mm-Schraube drang durch das Sperrholz durch. Ich habe deshalb aus Sperrholzresten zwei rechteckige Stücke als Schlossträger gesägt und auf die Türen geklebt, dann das Schloss montiert.

Bei den Scharnieren tauchte das nächste Problem auf: Die neu gekauften Scharniere waren zu schmal, um über Eck montiert zu werden. Die Schrauben wären sich ins Gehege gekommen. Die Türen parallel anzubauen hätte erfordert, oben und unten jeweils eine Montageleiste einzukleben und die Türen zu kürzen. Das wollte ich vermeiden, wenn es ging. Also ein zweiter Versuch mit den seit längerem im Bestand befindlichen Kastenbändern. Seitenteile und Türen habe ich mit den erforderlichen je vier Löchern pro Scharnierteil versehen, Bänder und Türen montiert, wozu ich noch Rundkopfschrauben aus meinem Bestand ergänzen musste, weil ich so 32 Schrauben benötigte, aber nur 28 in den beiden Paketen enthalten waren.

Dann wollte ich die Türen schließen – und hatte Problem Nummer drei: Die Türen schlossen nicht! Ich vermutete das Problem bei den Scharnieren, dass sie wohl doch nicht über Eck zu gebrauchen waren. Ich habe erst einmal Schluss gemacht und kam am folgenden Tag zu dem Schluss, dass ich die Scharniere wohl doch plan an Hilfsleisten schrauben musste und dafür die Türen entsprechend kürzen musste. Auch eine innere Stützleiste benötigte eine Bearbeitung, ebenso das Innenbord, aus dem ich rechts und links ein 20 x 20 mm-Stück mit der Laubsäge ausschnitt.

Als ich das Innenbord dann wieder einsetzte, traf mich fast der Schlag: Das Bord war ja mit der Grundplatte bündig, die Türen sollten aber auch bündig mit der Seitenwand abschließen! Die Scharniere waren nicht das Problem gewesen, sondern mein Denkfehler, diesen Einzug nicht zu berücksichtigen. Nun waren die 20-mm-Leisten eingeklebt und die Türen gekürzt. Ich musste also mit diesem neuen Programm weitermachen …

Die Türen mit Minischarnieren einzubauen, war kein Problem. Die Scharniere sind so flach, dass auch die 4-mm-Schräubchen fassten. Soweit war alles gut – aber da waren ja noch die vergeblich gebohrten Löcher in den Türen und den Seitenwänden. Die beiden äußeren Löcherpaare hatte die Kürzung beseitigt; blieben noch je vier Löcher in den Türblättern und je acht an den Seitenwänden.

Um diese zu tarnen, habe ich Holzhalbkugeln und Alleskleber hinzugenommen. Für die Türen reichten die Halbkugeln in meinem Bestand aus, für die Seitenwände nicht. Ich habe also meinen Strasssteinbestand gesichtet und mich für bernsteinfarbene Strasssteine entschieden, die ich in ausreichender Anzahl hatte. Auch die ergänzende Deckelleiste bekam an den Ecken je ein bernsteinfarbenes Strasssteinquadrat in passender Größe aufgeklebt. Die Türblätter habe ich noch mit einem bernsteinfarbenen Stern verziert, dessen Zentrum noch einen runden grünen Strassstein eingeklebt. Die linke Türseite bekam noch eine Holzkugel als Griff angeschraubt, an den Seiten habe ich noch vorhandene Klappgriffe angeschraubt.

So, wie der Schrank nun aussah, erschien er mir fast zu schade, um im Schuhschrank versteckt zu werden und nur alle Jubeljahre ans Licht zu kommen. Meine nächste Idee war, ihn zum Farbenschrank zu erklären, den ich für Malarbeiten mit auf die Terrasse oder auf den Stubentisch nehmen wollte. Tatsächlich passten auch alle Farbtuben und –flaschen einschließlich Window-Colour samt dem Kästchen mit dem Revell-Verdünner und den Pinseln und sogar die Paletten hinein – nur der Schrank passte nicht in den Materialschrank. Die Höhe war nicht das Problem, aber die Breite. Mit den Griffen passte er nicht hinein – und ohne Griffe kein Transport. Der kleine Schrank musste als Schuhputzschrank bleiben.

Der Schrank wollte auch nicht in den Schuhschrank hinein. Die Deckelverzierung war dann doch zu viel gewesen. Hier konnte ich dann aber doch Abhilfe schaffen, denn Küchenschränke haben verstellbare Regale. Dass ich dafür den Schuhschrank einmal komplett ausräumen musste, hatte dann auch den netten Nebeneffekt, dass ich da einiges fand, was nicht mehr brauchbar war und den Weg alles Irdischen in den Mülleimer ging. Damit erwies sich, dass genügend Platz nicht nur für den neuen Putzschrank war, sondern dass auch die ältere Box hineinpasste, in der sich die Putztücher befinden. Das Regal habe ich eine Stufe angehoben und den Putzschrank an die vorgesehene Stelle gestellt, die ältere Box darunter.

Material:

  • 5 DIN A4-Platten
  • 2 DIN A5-Platten
  • 1 60 x 5 mm-Leiste (Rest für weitere Arbeiten verbleibend)
  • 1 30 x 5 mm-Leiste (Rest für weitere Arbeiten verbleibend)
  • 1 20 x 20 mm-Leiste (Rest für weitere Arbeiten verbleibend)
  • 1 Hakenschloss
  • 4 Minischarniere
  • 1 Holzkugel als Handhabe für die Schranktür links
  • 4 6-mm-Schrauben für Schloss
  • 8 4-mm-Schrauben für Scharniere
  • 1 30 mm-Versenkschraube für Türkugel
  • 8 Holzhalbkugeln
  • Holzleim
  • 16 bernsteinfarbene Strasssteine mittel rund }
  • 4 bernsteinfarbene Strasssteine quadratisch groß} Nur, wenn man sich so blöd
  • 2 bernsteinfarbene Strasssterne } anstellt wie ich hier …
  • 2 grüne Strasssteine klein rund }

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